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Mit Schlagworten wie Lean Production und Lean Distribution, Global Sourcing und Single Sourcing, Just-in-Time-Produktion und Qualitätssicherungsvereinbarungen werden Erscheinungsformen im modernen Wirtschaftsleben beschrieben, die zu einer signifikanten Veränderung der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit geführt haben. In Industrie und Handel setzt sich weltweit die Tendenz zu hocharbeitsteiligen Kooperationsformen durch. Dabei bauen die Akteure auf eine partnerschaftliche Kooperation und eine große Kundenorientierung. Rechtlich selbständige Unternehmen gehen für eine begrenzte Zeit enge Verbindungen ein, um Produkte kostengünstig, schneller und qualitativ hochwertiger herzustellen und zu vertreiben.
Die hierfür notwendigen Verträge und Bindungen lassen Strukturen entstehen, die vom bekannten Instrumentarium des Zivil-, Gesellschafts- und Kartellrechts zum Teil erheblich abweichen. Am Beispiel der Automobilindustrie geht der Autor der Frage nach, wie die Verträge für eine netzwerkartige Produktion und den sich anschlieáenden Vertrieb formuliert werden können, damit sie den Anforderungen der Praxis ebenso entsprechen wie den vielfältigen gesetzlichen Vorgaben. Zugleich wird untersucht, ob durch netzwerkartige Strukturen Gesellschaften oder gar Konzerne entstehen und ob das deutsche und das europäische Kartellrecht in der Lage sind, die wettbewerbsrelevanten Folgen der modernen Produktions- und Vertriebsformen zu erfassen. Schließlich wird die Frage behandelt, ob eine eigenständige zivilrechtliche Dogmatik der Netzwerke entwickelt werden muß, oder ob die neuen Erscheinungsformen durch die bekannten Rechtsfiguren vollständig erfaßt werden können.
Das Buch greift Erscheinungsformen auf, die in der wirtschaftlichen Praxis weltweit zunehmend eine sehr große Rolle spielen. Es zeigt gangbare Wege zur juristischen Umsetzung drängender betriebswirtschaftlicher Forderungen und betont die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Dabei ist durch die konsequente Ausrichtung an aktuellen Problemen eine sehr enge Verbindung zwischen wissenschaftlicher Dogmatik und praktikablen Lösungen gewährleistet. Zugleich werden erstmals umfassende Ansätze angeboten, die das gesamte Produktions- und Vertriebsnetzwerk erfassen. Aufbauend auf den Bedürfnissen der Praxis entwickelt der Autor eine zivilrechtliche Dogmatik der Netzwerke, die auch gesellschaftsrechtliche und kartellrechtliche Aspekte einbezieht.
Autor
Dr. Knut Werner Lange ist an der Universität Konstanz tätig und hat momentan eine Lehrstuhlvertretung an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken inne.
Interessenten
Das Buch ist für die Praktiker in Anwaltskanzleien mit wirtschafisrechtlicher Ausrichtung, in der (Automobil)-Industrie (Hersteller, Zulieferer, große Händler, Importeure), aber auch für Universitäten und Gerichte interessant.
TT/22.04.1998
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