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Letzte Änderung: 03.01.2012
http://transpatent.com/gesetze/hwg.html

Das deutsche HWG

- Stand: Mai 2006 -

mitgeteilt und bearbeitet von Dr. jur. H. Jochen Krieger
Rechtsanwalt in Düsseldorf


TT-BEGRIFF
Deutschland
Wettbewerbsrecht
Allgemein
HWG
1994/2006
TRANSPATENT
TT-ZAHL
DE597
5004
601
Oktober 2005

Gesetz
über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens
(Heilmittelwerbegesetz - HWG)

Bekanntmachung der Neufassung vom 19. Oktober 1994
BGBl. Teil I/1994, S. 3068

[BMJ/Juris: http://www.gesetze-im-internet.de/heilmwerbg/]

in der Fassung der Änderungen

durch das Markenrechtsreformgesetz vom 25. Oktober 1994 BGBl. Teil I, S. 3082
durch das Achte Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes vom 7. September 1998
BGBl. Teil I/1998, S. 2649
durch das Seuchenrechtsneuordnungsgesetz vom 20. Juli 2000 BGBl. Teil I/2000, S. 1045
durch das Gesetz zur vergleichenden Werbung und zur Änderung wettbewerbsrechtlicher Vorschriften vom 1. September 2000
BGBl. Teil I/2000, S. 1374
durch das Gesetz zur Aufhebung der Zugabeverordnung und zur Anpassung weiterer Rechtsvorschriften vom 23. Juli 2001 BGBl. Teil I/2001, S. 1661
und durch Artikel 4 des Achten Euro-Einführungsgesetzes vom 23. Oktober 2001
BGBl. Teil I/2001, S. 2704; Änderung von § 15 Abs. 3
durch Artikel 4 des Achten Euro-Einführungsgesetzes vom 23. Oktober 2001
BGBl. Teil I/2001, S. 2704; Änderung von § 15 Abs. 3
durch Artikel 2 des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Medizinproduktegesetzes (2. MPG-ÄndG) vom 13. Dezember 2001, in Kraft ab 1.1.2002 BGBl. Teil I/2001, S. 3602
durch Artikel 22 des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Modernisierungsgesetz - GMG) vom 14. November 2003, in Kraft ab 1.1.2004 BGBl. Teil I/2003, S. 2190 (2253) - § 1 (Abs. 5+6 eingefügt); § 7 Abs. 1 Satz 1, § 8 neu gefasst, § 15 Abs. 1 + 3; § 16 neu gefasst
durch Artikel 2 des "Zwölften Gesetzes zur Änderung des Arzneimittelgesetzes" vom 30. Juli 2004, in Kraft ab 6.8.2004 (BGBl. Teil I/2004, S. 2031 (2049) - Änderung in § 15 Abs. 1, Nr. 1)
durch Artikel 2a des "Ersten Gesetzes zur Änderung des Transfusionsgesetzes und arzneimittelrechtlicher Vorschriften" vom 10. Februar 2005, in Kraft ab 19.2.2005 (BGBl. Teil I/2005, S. 234 (236) - Absatz 3 in § 7 eingefügt)
durch Artikel 2 des "Vierzehnten Gesetzes zur Änderung des Arzneimittelgesetzes" vom 29. August 2005 (BGBl. Teil I/2005, S. 2570 ff. (2599 f.); in Kraft ab 6.9.2005 bzw. 1.4.2006 - Änderung bzw. Neufassung in § 1 Abs. 1 Nr. 2; § 3a; § 4 Abs. 1 + 2; § 4a; § 6; § 7 Abs. 1 Nr. 2 + 7; § 12 Abs. 1 und Anlage zu § 12

und durch Artikel 2 des "Gesetzes zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung" vom 26. April 2006 (BGBl. Teil I/2006, S. 984 ff. (987); in Kraft ab 1.5.2006 - Änderung in § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2

Inhaltsverzeichnis:

§ 1 [Anwendungsbereich]

§ 2 [Fachkreise]

§ 3 [Irreführung]

§ 3a [Nicht zugelassene Arzneimittel]

§ 4 [Angaben bei der Arzneimittelwerbung]

§ 4a [Werbung in Packungsbeilage]

§ 5 [Werbung mit Anwendungsgebieten]

§ 6 [Gutachten unberufener Personen]

§ 7 [Werbegaben als Entgelt]

§ 8 [Apotheken vorbehaltene Arzneimittel]

§ 9 [Fernbehandlung)

§ 10 [Werbung außerhalb der Fachkreise]

§ 11 [Werbung außerhalb der Fachkreise]

§ 12 [Werbeverbot bei bestimmten Krankheiten]

§ 13 [Werbeverbot ausländischer Unternehmen]

§ 14 [Strafvorschrift]

§ 15 [Ordnungswidrigkeiten]

§ 16 [Einziehung von Werbematerial]

§ 17 [Anwendung anderer Gesetze]

§ 18 [Übergangsbestimmung]

Anlage

§ 1
[Anwendungsbereich]

(1) Dieses Gesetz findet Anwendung auf die Werbung für

(2) Andere Mittel im Sinne des Absatzes 1 Nr. 2 sind kosmetische Mittel im Sinne des § 4 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes. Gegenstände im Sinne des Absatzes 1 Nr. 2 sind auch Gegenstande zur Körperpflege im Sinne des § 5 Abs. 1 Nr. 4 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes.

(3) Eine Werbung im Sinne dieses Gesetzes ist auch das Ankündigen oder Anbieten von Werbeaussagen, auf die dieses Gesetz Anwendung findet.

(4) Dieses Gesetz findet keine Anwendung auf die Werbung für Gegenstände zur Verhütung von Unfallschäden.

(5) Das Gesetz findet keine Anwendung auf den Schriftwechsel und die Unterlagen, die nicht Werbezwecken dienen und die zur Beantwortung einer konkreten Anfrage zu einem bestimmten Arzneimittel erforderlich sind.

(6) Das Gesetz findet ferner keine Anwendung beim elektronischen Handel mit Arzneimitteln auf das Bestellformular und die dort aufgeführten Angaben, soweit diese für eine ordnungsgemäße Bestellung notwendig sind.

§ 2
[Fachkreise]

Fachkreise im Sinne dieses Gesetzes sind Angehörige der Heilberufe oder des Heilgewerbes, Einrichtungen, die der Gesundheit von Mensch oder Tier dienen, oder sonstige Personen, soweit sie mit Arzneimitteln, Medizinprodukten, Verfahren, Behandlungen, Gegenständen oder anderen Mitteln erlaubterweise Handel treiben oder sie in Ausübung ihres Berufes anwenden.

§ 3
[Irreführung]

Unzulässig ist eine irreführende Werbung. Eine Irreführung liegt insbesondere dann vor,

§ 3a
[Nicht zugelassene Arzneimittel]

Unzulässig ist eine Werbung für Arzneimittel, die der Pflicht zur Zulassung unterliegen und die nicht nach den arzneimittelrechtlichen Vorschriften zugelassen sind oder als zugelassen gelten. Satz 1 findet auch Anwendung, wenn sich die Werbung auf Anwendungsgebiete oder Darreichungsformen bezieht, die nicht von der Zulassung erfasst sind.

§ 4
[Angaben bei der Arzneimittelwerbung]

(1) Jede Werbung für Arzneimittel im Sinne des § 2 Abs. 1 oder Abs. 2 Nr. 1 des Arzneimittelgesetzes muß folgende Angaben enthalten:

Eine Werbung für traditionelle pflanzliche Arzneimittel, die nach dem Arzneimittelgesetz registriert sind, muss folgenden Hinweis enthalten: "Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Anwendung bei ... [spezifiziertes Anwendungsgebiet/spezifizierte Anwendungsgebiete] ausschließlich auf Grund langjähriger Anwendung".

(1a) Bei Arzneimitteln, die nur einen arzneilich wirksamen Bestandteil enthalten, muß der Angabe nach Absatz 1 Nr. 2 die Bezeichnung dieses Bestandteils mit dem Hinweis: "Wirkstoff:" folgen; dies gilt nicht, wenn in der Angabe nach Absatz 1 Nr. 2 die Bezeichnung des Wirkstoffs enthalten ist.

(2) Die Angaben nach den Absätzen 1 und 1a müssen mit denjenigen übereinstimmen, die nach § 11 oder § 12 des Arzneimittelgesetzes für die Packungsbeilage vorgeschrieben sind. Können die in § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchstabe a und c und Nr. 5 des Arzneimittelgesetzes vorgeschriebenen Angaben nicht gemacht werden, so können sie entfallen.

(3) Bei einer Werbung außerhalb der Fachkreise ist der Text "Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" gut lesbar und von den übrigen Werbeaussagen deutlich abgesetzt und abgegrenzt anzugeben. Bei einer Werbung für Heilwässer tritt an die Stelle der Angabe "die Packungsbeilage" die Angabe "das Etikett" und bei einer Werbung für Tierarzneimittel an die Stelle "Ihren Arzt" die Angabe "den Tierarzt". Die Angaben nach Absatz 1 Nr. 1, 3, 5 und 6 können entfallen. Satz 1 findet keine Anwendung auf Arzneimittel, die für den Verkehr außerhalb der Apotheken freigegeben sind, es sei denn, daß in der Packungsbeilage oder auf dem Behältnis Nebenwirkungen oder sonstige Risiken angegeben sind.

(4) Die nach Absatz 1 vorgeschriebenen Angaben müssen von den übrigen Werbeaussagen deutlich abgesetzt, abgegrenzt und gut lesbar sein.

(5) Nach einer Werbung in audiovisuellen Medien ist der nach Absatz 3 Satz 1 oder 2 vorgeschriebene Text einzublenden, der im Fernsehen vor neutralem Hintergrund gut lesbar wiederzugeben und gleichzeitig zu sprechen ist, sofern nicht die Angabe dieses Textes nach Absatz 3 Satz 4 entfällt. Die Angaben nach Absatz 1 können entfallen.

(6) Die Absätze 1, 1a, 3 und 5 gelten nicht für eine Erinnerungswerbung. Eine Erinnerungswerbung liegt vor, wenn ausschließlich mit der Bezeichnung eines Arzneimittels oder zusätzlich mit dem Namen, der Firma, der Marke des pharmazeutischen Unternehmers oder dem Hinweis: "Wirkstoff." geworben wird.

§ 4a
[Werbung in Packungsbeilage]

(1) Unzulässig ist es, in der Packungsbeilage eines Arzneimittels für andere Arzneimittel oder andere Mittel zu werben.

(2) [Abs. 2 neu eingefügt durch Gesetz vom 29.8.2005, gültig ab 1.4.2006] Unzulässig ist es auch, außerhalb der Fachkreise für die im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung bestehende Versorgungsfähigkeit eines Arzneimittels zu werben.

§ 5
[Werbung mit Anwendungsgebieten]

Für homöopathische Arzneimittel, die nach dem Arzneimittelgesetz registriert oder von der Registrierung freigestellt sind, darf mit der Angabe von Anwendungsgebieten nicht geworben werden.

§ 6
[Gutachten unberufener Personen]

Unzulässig ist eine Werbung, wenn

§ 7
[Werbegaben als Entgelt]

(1) Es ist unzulässig, Zuwendungen und sonstige Werbegaben (Waren oder Leistungen) anzubieten, anzukündigen oder zu gewähren oder als Angehöriger der Fachkreise anzunehmen, es sei denn, dass


Werbegaben für Angehörige der Heilberufe sind unbeschadet des Satzes 1 nur dann zulässig, wenn sie zur Verwendung in der ärztlichen, tierärztlichen oder pharmazeutischen Praxis bestimmt sind. § 47 Abs. 3 des Arzneimittelgesetzes bleibt unberührt.

(2) Absatz 1 gilt nicht für Zuwendungen im Rahmen ausschließlich berufsbezogener wissenschaftlicher Veranstaltungen, sofern diese einen vertretbaren Rahmen nicht überschreiten insbesondere in bezug auf den wissenschaftlichen Zweck der Veranstaltung von untergeordneter Bedeutung sind und sich nicht auf andere als im Gesundheitswesen tätige Personen erstrecken.

(3) [Eingefügt ab 19.2.2005] Es ist unzulässig, für die Entnahme oder sonstige Beschaffung von Blut-, Plasma- und Gewebespenden zur Herstellung von Blut- und Gewebesprodukten und anderen Produkten zur Anwendung bei Menschen mit der Zahlung einer finanziellen Zuwendung oder Aufwandsentschädigung zu werben.

§ 8
[Apotheken vorbehaltene Arzneimittel]

Unzulässig ist die Werbung, Arzneimittel im Wege des Teleshopping oder bestimmte Arzneimittel im Wege der Einzeleinfuhr nach § 73 Abs. 2 Nr. 6a oder § 73 Abs. 3 des Arzneimittelgesetzes zu beziehen.

§ 9
[Fernbehandlung)

Unzulässig ist eine Werbung für die Erkennung oder Behandlung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden, die nicht auf eigener Wahrnehmung an dem zu behandelnden Menschen oder Tier beruht (Fernbehandlung).

§ 10
[Werbung außerhalb der Fachkreise]

(1) Für verschreibungspflichtige Arzneimittel darf nur bei Ärzten, Zahnärzten, Tierärzten, Apothekern und Personen, die mit diesen Arzneimitteln erlaubterweise Handel treiben, geworben werden.

(2) Für Arzneimittel, die dazu bestimmt sind, bei Menschen die Schlaflosigkeit oder psychische Störungen zu beseitigen oder die Stimmungslage zu beeinflussen, darf außerhalb der Fachkreise nicht geworben werden.

§ 11
[Werbung außerhalb der Fachkreise]

(1) Außerhalb der Fachkreise darf für Arzneimittel, Verfahren, Behandlungen, Gegenstände oder andere Mittel nicht geworben werden

Für Medizinprodukte gilt Satz 1 Nr. 6 bis 9, 11 und 12 entsprechend.

(2) Außerhalb der Fachkreise darf für Arzneimittel zur Anwendung bei Menschen nicht mit Angaben geworben werden, die nahe legen, dass die Wirkung des Arzneimittels einem anderen Arzneimittel oder einer anderen Behandlung entspricht oder überlegen ist.

§ 12
[Werbeverbot bei bestimmten Krankheiten]

(1) Außerhalb der Fachkreise darf sich die Werbung für Arzneimittel und Medizinprodukte nicht auf die Erkennung, Verhütung, Beseitigung oder Linderung der in Abschnitt A der Anlage zu diesem Gesetz aufgeführten Krankheiten oder Leiden bei Menschen beziehen, die Werbung für Arzneimittel außerdem nicht auf die Erkennung, Verhütung, Beseitigung oder Linderung der in Abschnitt B dieser Anlage aufgeführten Krankheiten oder Leiden beim Tier. Abschnitt A Nr. 2 der Anlage findet keine Anwendung auf die Werbung für Medizinprodukte.

(2) Die Werbung für andere Mittel, Verfahren, Behandlungen oder Gegenstände außerhalb der Fachkreise darf sich nicht auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung dieser Krankheiten oder Leiden beziehen. Dies gilt nicht für die Werbung für Verfahren oder Behandlungen in Heilbädern, Kurorten und Kuranstalten.

§ 13
[Werbeverbot ausländischer Unternehmen]

Die Werbung eines Unternehmens mit Sitz außerhalb des Geltungsbereichs dieses Gesetzes ist unzulässig, wenn nicht ein Unternehmen mit Sitz oder eine natürliche Person mit gewöhnlichem Aufenthalt im Geltungsbereich dieses Gesetzes oder in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum, die nach diesem Gesetz unbeschränkt strafrechtlich verfolgt werden kann, ausdrücklich damit betraut ist, die sich aus diesem Gesetz ergebenden Pflichten zu übernehmen.

§ 14
[Strafvorschrift]

Wer dem Verbot der irreführenden Werbung ( § 3) zuwiderhandelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

§ 15
[Ordnungswidrigkeiten]

(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig


(2) Ordnungswidrig handelt ferner, wer fahrlässig dem Verbot der irreführenden Werbung (§ 3) zuwiderhandelt.

(3) Die Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 kann mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro, die Ordnungswidrigkeit nach Absatz 2 mit einer Geldbuße bis zu zwanzigtausend Euro geahndet werden.

§ 16
[Einziehung von Werbematerial]

Werbematerial und sonstige Gegenstände, auf die sich eine Straftat nach § 14 oder eine Ordnungswidrigkeit nach § 15 bezieht, können eingezogen werden. § 74a des Strafgesetzbuches und § 23 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten sind anzuwenden.

§ 17
[Anwendung anderer Gesetze]

Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb bleibt unberührt.

§ 18
[Übergangsbestimmung]

[Überholt]

Anlage

(zu § 12)

Krankheiten und Leiden, auf die sich die Werbung gemäß § 12 nicht beziehen darf

A. Krankheiten und Leiden beim Menschen

B. Krankheiten und Leiden beim Tier


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